So funktionieren dynamische Strompreise
Ein kurzer Überblick über die Preise auf SpotWave: woher sie kommen, was dazukommt und wann die Preise für den nächsten Tag feststehen. Er gilt für jeden Markt auf der Seite; Zahlen für einzelne Länder stehen auf den Länderseiten und auf der Seite Datenquellen.
Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem festen oder variablen Tarif zahlen Sie monatelang denselben Preis pro kWh, den Ihr Anbieter festlegt. Bei einem dynamischen Tarif folgt der Energieanteil des Preises dem Großhandelsmarkt: Jede Stunde, in den meisten Ländern Europas inzwischen jede Viertelstunde, hat ihren eigenen Preis. Ihr Anbieter gibt diesen Börsenpreis weiter, schlägt Steuern und Netzkosten auf und berechnet meist einen kleinen Aufschlag pro kWh sowie eine monatliche Grundgebühr.
Deshalb kommt es darauf an, wann Sie Strom verbrauchen. Waschmaschine, Wärmepumpe oder Wallbox laufen zu lassen, wenn der Preis niedrig ist, kostet weniger als dasselbe in der Abendspitze. Es bedeutet auch, dass Sie die Schwankungen des Marktes mittragen: Eine kalte, windstille Woche kann spürbar teurer werden.
Wie setzt sich der Preis zusammen?
Der Gesamtpreis auf jeder Länderseite besteht aus bis zu vier Bestandteilen:
- Börsenpreis: der Preis aus der Day-Ahead-Auktion für Ihre Gebotszone. Nur dieser Teil ändert sich im Laufe des Tages.
- Stromsteuer und Abgaben: staatliche Steuern pro kWh. Sie sind zu jeder Stunde gleich und heben damit die ganze Kurve an.
- Netzentgelte: die Kosten für den Transport des Stroms zu Ihnen. Viele Länder berechnen einen Teil davon pro kWh, andere, etwa die Niederlande, stattdessen einen festen Jahresbetrag.
- Mehrwertsteuer: kommt auf alles oben Genannte.
Den Aufschlag und die Grundgebühr Ihres Anbieters lässt SpotWave weg, weil sie je nach Vertrag verschieden sind. Steuern und Netzentgelte sind Richtwerte für einen typischen Haushalt im jeweiligen Land; Ihr Netzbetreiber, Ihr Vertrag oder Ihre steuerliche Situation können abweichen. Auf der Seite Datenquellen steht, woher jede Zahl stammt.
Wann stehen die Preise für morgen fest?
Der größte Teil Europas handelt Strom für den nächsten Tag in einer gemeinsamen Day-Ahead-Auktion. Gebote für den ganzen nächsten Tag schließen um 12:00 Uhr, danach wird der Markt geräumt, und die Ergebnisse sind meist kurz vor 13:00 Uhr öffentlich. Seit Oktober 2025 legt die Auktion für jede Viertelstunde einen eigenen Preis fest statt für jede Stunde.
SpotWave liest die Ergebnisse von der ENTSO-E Transparency Platform, wo sie normalerweise gegen 13:00 Uhr erscheinen. An manchen Tagen verzögert sich die Veröffentlichung, etwa nach einem technischen Problem bei der Auktion. Bis dahin gibt es die Preise für morgen schlicht noch nicht, und SpotWave zeigt das an, statt zu schätzen. Siehe den Strompreis für morgen in Deutschland oder in Österreich.
Warum sind Strompreise manchmal negativ?
Wenn viel Wind- und Solarstrom erzeugt wird, während die Nachfrage gering ist, etwa an einem sonnigen Wochenende zur Mittagszeit oder in einer windigen Nacht, kann das Angebot größer sein, als der Markt aufnehmen kann. Manche Erzeuger zahlen lieber, als abzuschalten, zum Beispiel weil sie eine Förderung pro erzeugter kWh erhalten oder weil das Herunter- und Wiederhochfahren einer Anlage teuer ist. Der Börsenpreis fällt dann unter null.
Ein negativer Börsenpreis bedeutet nicht automatisch, dass Sie Geld für Ihren Verbrauch bekommen. Stromsteuer, Netzentgelte und Mehrwertsteuer fallen weiterhin an, sodass der Gesamtpreis erst negativ wird, wenn der Börsenpreis tiefer fällt als diese festen Bestandteile. Wer eine Solaranlage mit dynamischem Tarif hat, kann beim Einspeisen zu negativen Preisen je nach Vertrag sogar draufzahlen.
Wie holen Sie das Meiste heraus?
Schauen Sie auf den Verlauf des ganzen Tages, nicht nur auf den aktuellen Preis. Am günstigsten ist es oft mittags an sonnigen Tagen und in der Nacht, am teuersten meist am frühen Abend. Wer flexiblen Verbrauch wie Wäsche, Geschirrspüler, Wärmepumpe oder Auto in die günstigen Zeiten verschiebt, spart am meisten. Das Laden eines Elektroautos ist in den meisten Haushalten der größte flexible Verbrauch; WhenToCharge berechnet das günstigste Ladefenster für Sie.
Preise nach Land
Aktuelle Preise: Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Frankreich und Polen, oder vergleichen Sie alle Märkte. Dieser Ratgeber ist auch auf Englisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch und Finnisch verfügbar.